Down By Law Issue #11: Eine Review

Sie ist draußen, gelesen, begutachtet und für besonders lesenswert befunden: Die elfte Ausgabe des DOWN BY LAW – Mag’s.

DownByLaw#11, das Querformat ist seit der Jubiläumsausgabe beibehalten worden, sinnvoll wie ich finde. 88 Seiten dick, sauber gegliedert, also ne ziemlich fette Bämme! Das Cover von OJEY, digital designt, satte Farbe, soweit der erste Eindruck!

Zum Inhalt: Schon beim ersten schnellen Durchblättern bleibt haften, dass diese Ausgabe der Jubiläumsausgabe in wirklich nichts nachsteht! Man hat sogar den Eindruck, dass das Teil noch fetter, professioneller und irgendwie runder geworden ist!

Eröffnet wird nach Cover und Vorwort mit dem OJEY-Special samt Interview. Warum eben dieses in englischer Sprache geführt bzw. gedruckt wurde, ist mir nicht so ganz klar, zumal beide Beteiligten aus Norddeutschland stammen. Darüber hinaus finde ich das Interview zwar interessant, stellt aber leider kaum neue Fragen, sei’s drum: Die acht Seiten hinterlassen einen guten Überblick über sein Schaffen und es gibt reichlich Graffiti für’s Auge.

TRAINS next: Auf sieben Seiten gibt’s Züge auf durchgehend hohem Level, ein Augenschmaus und wunderbar durchmischt!

Für Freunde fotorealistischen Graffitis kommt nun ein besonderer Leckerbissen: Das 10-Seiten-SMUG-Special. Der Mann bringt ausschließlich Burner an den Start und gibt im sehr informativen Interview Auskunft über sich und seine Arbeit! Sehr sehens- und lesenswert!

Die Bombing-Sektion zeigt auf 10 Seiten neben illegalen Spots auch ne Menge offensichtlich legaler Pieces und Wände, was der ausgesprochen hohen und abwechslungsreichen Auswahl keinen Abbruch tut. Mal ehrlich, wen juckt’s schon, wo ne Wand entstanden ist, solange sie in Punkto Style, Qualität und Originalität zu überzeugen weiß?

Acht Seiten für den Züge-King aus Hamburg: Das RAZOR-Spezial! „Ach was, der malt wieder? Der hat aber lange Pause gemacht! Krass, was da kommt…„, waren die Worte eines Bekannten von mir, als er das Special sah. Wohl wahr, der Mann hat fast nahtlos da wieder angesetzt, wo er aufgehört hatte und das auf gewohnt hohem Level. Durchaus abwechslungsreich weiß RAZOR nach wie vor auf  Zügen zu burnen! Ein nettes Interview und eine schöne Bilderauswahl machen einen guten Eindruck!

Next: Das CBR-Crew-Special: Drei Doppelseiten sind zu wenig für zu viel Material bzw. gibt es für den Platz einfach zu viel zu sehen. Die Bilder sind teils zu klein, und durch den sehr unterschiedlichen Style der Crew-Member ist man beim Betrachten schnell übersättigt und kann die einzelnen Pieces kaum würdigen. Gerade für die extrem großen Crew-Wände wäre weniger Material und mehr Platz für die Bilder sicher besser gewesen. Schade, aber nicht weniger sehenswert. Die Jungs machen das ja auch schon ne Weile, klar, dass es da was zu sehen gibt…

Mr.Woodland ist als nächster dran: Die sechs Seiten sind gut genutzt und Interview nebst Bilderauswahl sehen gut aus! Vorgestellt wird ein wirklich talentierter Künstler mit offenkundig viel Humor, technisch extrem sauber, super Ideen und schöne Spots, alles also was das Herz begehrt – sehr sehenswert. Leider kann man sich der Nähe zur vorangegangenen Ausgabe wegen des Vergleichs mit Nychos nicht ganz erwehren, wobei man Unterschiede unschwer erkennen kann, wenngleich auch beide aus dem gleichen Genre kommen. Interessant zu erfahren, wer sich von wem zu den auseinanderreißenden Figuren hat inspirieren lassen, wäre es aber dennoch gewesen…

Das Style-ABC von Yazem (QVD) ist farblich schlicht aber extrem effektvoll. Ist wohl eine Mischung aus digitaler Arbeit und tatsächlich Gemaltem, würde ich sagen. Rätselt sebst n bisschen, lohnt sich auf jeden Fall schon wegen seiner sehr eigenen Note.

Über den jetzt folgenden 2-seitigen Artikel kann ich selbst nicht viel schreiben, er stammt nämlich von mir. Vorgestellt habe ich Boje Arndt Kiesiel und habe damit eine Kolumne begonnen, die in den kommenden Ausgaben ihren Platz finden wird, so der Leser sie wohlwollend annimmt. Eins vielleicht: Da das Layout vom Verleger selbst stammt, kann ich sagen, dass es sehr gut geworden ist, gut aufgeteilt und schön gegliedert! Den Inhalt müsst ihr hier selbst beurteilen, es lohnt aber schon alleine Kiesiels wegen.

Im Anschluss kommt die Sektion MIXED WALLS, auf die ich mich immer sehr freue: Große und teilweise extrem umfangreiche Produktionen, Murals und qualitativ hochwertige Pieces aus unterscheidlichen Genres. Mit satten 22 Seiten finden hier Burner nach Burner ihren würdigen Platz. Die Wände sind allesamt in guter Größe und hoher Qualität zu sehen und sehr abwechslungsreich, von klassischerem Style über Fotorealismus bis zu schon eher Zukunftweisendem ist alles dabei. Jeder sollte auf seine Kosten kommen!

Poster & Aufkleber sind sehr nice Beigaben, die die meisten Hefte mittlerweile rauslassen. Diese Zugaben zu pflegen finde ich aber schon geil. Streetfiles kann das nicht und für die jüngeren Leser ist das schon was Feines.

Einen Wehmutstropfen gibt es aber: In der zehnten Ausgabe gab es ein CHAS-Spezial, was ausgesprochen umfangreich ausgefallen ist und diesem talentierten Writer würdigte. In der darauffolgenden aktuellen Ausgabe dann gleich ganze 10 Pieces teilweise seitenfüllend ins Heft zu nehmen finde ich bei der unüberschauberen Masse an Material, die dem Mag mittlerweile zur Verfügung stehen dürfte, etwas viel und dem ein oder anderen Writer gegenüber vielleicht etwas unfair und von Fairness lebt das Game

Alles in allem gehört die DOWN BY LAW für mich seit spätestens der achten oder neunten Ausgabe zu den Top-Mags. am Markt. Aus diesem Grund bin ich besonders stolz in gerade diesem Magazin eine Kolumne schreiben zu können und danke dem Herausgeber an dieser Stelle von Herzen für das Angebot und die Gelegenheit!

HOOD1