Altelierportrait – Boje Arndt Kiesiel

Interdisziplinär, fantasievoll und openminded: Boje Arndt Kiesiel

Nach dem es in letzter Zeit viel über Boje Arndt Kiesiel zu berichten gab, kam es hier auf meinem Blog zu diversen Ankündigungen und im Rahmen dessen auch zu einem Künstlerportrait, welches mit diesem Atelierportrait abgrundet sei.

Wie ich schon bei früheren Atelierportraits bemerkte, bin ich der Meinung, dass man die Arbeitsweise und das Werk eines Künstlers an dessen Wirkungsstätte ablesen kann. Sicher gibt es Gemeinsamkeiten, die wohl in vielen Ateliers zu finden sind, dennoch richtet sich jeder individuell ein, organisiert und ordnet seinen Platz nach den ganz persönlichen Bedürfnissen ein, damit es während des kreativen Prozesses möglichst keine Störungen gibt und alles so zur Hand ist, wie er es braucht. So auch Boje. Sein Atelier ist in gewisser Hinsicht aber dennoch etwas Besonderes.

Kommt man im Künstlerhaus Wendestraße die Treppe hinauf und kehrt im zweiten Stock bei Kiesiel ein, betritt man ein offenes Loft und steht in einer Mischung aus Galerie, Wohnraum mit offener Küche und Atelier. Durch die großen Fenster fällt viel Licht in den Raum, durch eine Schiebetür gelangt man in den Arbeitsraum. Neben einem Sofa und einer Leiter dominiert der große Arbeitstisch den Raum. Alles wirkt organisiert und aufgeräumt. Während ich die ersten Bilder zu machen begann, erzählte Boje mir, dass er sich bevor er sich ans Werk begibt, immer alles aufräumt, damit er Platz hat, um um den zentral angeordneten Arbeitstisch herumgehen zu können. Das Atelier ist nicht sehr groß, aber gut ausgenutzt. Boje malt vorwiegend auf liegenden Leinwänden und Malgründen, daher ist es wichtig sich um das Objekt bewegen zu können. Die bereits erwähnte Leiter ermöglicht den Blick von oben ohne dafür das Bild aufrichten zu müssen. Zuweilen entscheidet sich erst im laufenden Prozess wie das Werk später hängen soll, da viel improvisiert und aus dem Moment entsteht.

Trotz all der Ordnung spürt man die freigewordenen Energien  der letzten Malsession, die wie ein Nachhall im Raum schwingen. Das leidenschaftliche Arbeiten scheint seine Spuren hinterlassen zu haben. Buddha wacht und mahnt über das Geschehen und ist in diesem Atelier kein Deko-Gegenstand, sondern verkörpert fast schon die Hingabe und Herangehensweise des Künstlers. Der Enstehungsprozess seiner Bilder ist in Boje’s Atelier sehr greifbar, es fällt einem nicht schwer sich vorzusetllen, wie das ein oder andere Werk hier ausgearbeitet, geformt und gemalt wurde. Unfertige Arbeiten werden an der Wand geparkt, so ergibt sich immer mal wieder ein Blick darauf. Auch das gehört zum Prozess.

Der Raum hat etwas Gemütliches, irgendwie Ruhiges an sich, es fühlt sich nicht so an, als würde man ihn nur zum Arbeiten betreten. Sitzt man auf dem kleinen Sofa, blickt man auf die unfertigen Werke, schaut in Richtung Fenster und kann das Atelier und seine Atmosphäre auf sich wirken lassen, eine kleine Pause einlegen.

Die Vielseitigkeit Boje’s spiegelt sich auch in seiner Wirkungsstätte wieder. So findet man den Versuch manifestiert, Ordnung ins Chaos zu bringen ebenso vor, wie verräumte und etwas wuselige Ecken. Versunken in den Tiefen der Sofakissen, oder am ZIEL oben auf der Leiter stehend und auf den Raum herunterblickend, beides geht hier.

Ich hatte die wohl letzte Gelegenheit Boje’s Wirkungststätte zu sehen und zu dokumentieren, wo das Werk Kiesiel’s bis dato entstanden ist, da er aus der Wendestraße ausziehen wird. Wo hin es geht und wie seine zukünftigen Räumlichkeiten aussehen werden, steht wohl noch nicht ganz fest. Sollte es möglich sein, werde ich ihn auch dort einmal besuchen gehen und mir anschauen, wie es bis dahin weitergegangen ist. Für seine Pläne wünsche ich von Herzen gutes Gelingen!

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Kuenstlerportrait – Boje Arndt Kiesiel

Über den Maler und Künstler Boje Arndt Kiesiel – Ein Atelierportrait.

Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich auf einen Maler aufmerksam geworden, der sich auf sehr kleinen Formaten bewegt und bunte, teilweise düstere Bilder malt. 2011 besuchte ich eine kleine Ausstellung im Kunst Kiosk Hamburg, bei der seine Bilder zu sehen waren. Nach dem Betrachten der Bilder kam ich mit Boje Arndt Kiesiel ins Gespräch. Seitdem verfolge ich ein bisschen was der Künstler so treibt.

Boje Arndt kiesiel ECHOS @ Affenfaust

Der 1973 geborene Künstler ist in Norddeutschland an der Ostsee und in Lübeck aufgewachsen. Erste Berührungen mit der Kunst fanden 1989 in Form von Graffiti statt. In der Zeit seiner ersten Lehre zum Schildermaler wurden seine Ambitionen durch die Auseinandersetzung mit dem Maler und Kunstlehrer Johannes Westerhoff, der zum Mentor werden sollte, stark gefördert. Lange und intensive Gespräche über Kunst, das Malen und Kreativität ließen den Kunst-Keim in Boje wachsen und gedeihen. Durch diesen Einfluss und den Privatunterricht, den er genoss, begann Boje sich ernsthafter mit der klassischen Moderne und Fotografie zu befassen. Er malte Aquarelle, experimentierte mit analoger Fotografie und stellte mit nur 18 Jahren erstmals ’92 in der Sternschnuppe in Lübeck aus.

Da ihm der Weg in die Werbung wie vorbestimmt schien, er sich aber darin nicht wiederfinden konnte, probierte er anderes aus, aber auch das DJing sollte ihm ebenso wenig wie seine zweite Lehre zum Kameramann und Videogestalter die Werkzeuge in die Hand geben, sich vollständig auszudrücken. Zu Gunsten anderer Ausdrucksformen geriet das Malen über die Zeit seiner Lehre etwas ins Hintertreffen, nach seinem Abschluss machte sich Kiesiel selbstständig mit Schwerpunkt auf Live-Kamera für Industrieevents und arbeitet seitdem freiberuflich für unterschiedliche Auftraggeber. Hierzu zählt beispielsweise die Umweltorganisation Greenpeace.

Die Konfrontation mit der Instrumentalisierung von Kreativität und visueller Manipulation, führt zur Abkehr von der Industriepräsentation und zurück zur freien Kunst. Er zog 2006 nach Hamburg, widmete sich wieder der Malerei und befasste sich intensiver mit Techniken und Stilen. Sich in der Kunst zuhause fühlend war er 2008 für 2 Jahre Mitgründer des Kunstraumes nachtspeicher23 e.V. in St. Georg. Mittlerweile wird der Verein öffentlich gefördert und trägt sich selbst. Zu dieser Zeit wohnte er um die Ecke der Galerie Auf Halb Acht auf St. Pauli, wo er auch das erste Mal in Hamburg ausstellte, kurz darauf dann auch im Nachtspeicher.

Seit 2010 hat Boje eine neue Bleibe im Künstlerhaus Wendenstraße gefunden und arbeitet seitdem sehr erfolgreich in seinem Atelier-Loft, dass er sich mit seinem Mitbewohner Ramon, einem Fotograf und Designer, teilt. Kiesiel hat in der Hamburger Kunstszene Fuß gefasst und arbeitet hin und wieder eng mit Uli Pforr zusammen und stellt regelmäßig aus. Die kritische Auseinandersetzung mit seinen Erfahrungen in der Eventwirtschaft und der Auseinandersetzung mit der ihn umgebenden Konsumgesellschaft, münden in seinen heutigen Arbeiten. Er selbst beschreibt seinen Stil als irgendwo im freien Feld zwischen Urban Art, Popsurrealismus und Lowbrow angesiedelt.

Nach einer Periode mit abstrakten Werken entstehen seit Ende 2010 vor allem Bilder mit figürlichen Motiven, seine CREATURES. Aus den Strukturen und Formen von undefinierten und offenen Farbflächen arbeitet Boje mit scharfem Blick für Details und scheinbar unerschöpflicher Fantasie ganze Landschaften und Figuren heraus. Diese Bilder spornen den Betrachter an in den Darstellungen zu suchen, zu interpretieren, zu finden… Und das immer wieder. Das scheinbar Unkonkrete formt sich beim Betrachten zu vielfältigen Bildgewalten ganz unabhängig vom Format. Seine Arbeiten zur ZOMBIES-Ausstellung, die die Inszenierungen der Werbewirtschaft und die Konsequenzen von Entmenschlichung thematisierte, waren sehr streetartbeeinflusst und wurden jüngst mit dem Award für Anti-Consumerism art des Art Collectors Club ausgezeichent.

Der Autodidakt arbeitet seit einiger Zeit auch interdisziplinär an Objekten. Darüber hinaus hat er vor, den Realismus für sich zu erkunden, sich dort in medialer Offenheit weiterzuentwickeln, Fotografie, Zeichnung und Malerei ineinander übergehen und sich ergänzen zu lassen. Einige solcher Werke waren bereits auf seiner ZOMBIES- und der Abschluss-Gruppen-Ausstellung der Galerie Auf Halb Acht zu sehen.

Boje Zombies

Die Kunst ist für den Künstler Ventil, um aufgestaute Energien zu lösen, Ausdrucksmittel und Kommunikationswerkzeug. Alle seine Werke transportieren etwas zum Betrachter. Dabei ist die kritische Auseinandersetzung nicht zwingend Bildinhalt oder im eigentlichen Sinne Grund für ein Werk, aber eben ganz oft das Ergebnis. Regt einen Betrachter eines seiner Werke an, sich mit einem Thema zu befassen, ist ihm das natürlich sehr willkommen. Das Ordnen chaotischer Energien ist für Boje dabei Antrieb und angenehmer Nebeneffekt zugleich.

Dieser spannende Künstler stellt, wie ich breits berrichtete, zur Zeit in der Affenfaust Galerie aus und wird am 16. Juni eine Midisage mit Lesung , Künstlergepräch und Kurzfilmvorführung veranstalten. Es sei jedem Interessierten empfolen, diese Gelegenheit zu nutzen und sich ein eigenes Bild zu machen!

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Kupferdiebe-Fotos

Nicht nur Björn Lexius hat sich auf der Vernissage meiner umtriebig gezeigt, sondern auch der Fotograf der Kupferdiebegalerie hat ein paar schöne Bilder gemacht! Der Dank für ein so waches Auge, den richtigen Moment einzufangen und die schönen Bilder gilt dem Fotografen, die Nachbearbeitung, viel war nicht zu tun, stammt aus meiner Feder.

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Heute und morgen sind die letzten Tage, an denen die Möglichkeit besteht, die Ausstellung zu besichtigen. Von 15 bis 19 Uhr werden die Türen offenstehen. Dann sind die zwei Wochen meiner ersten Solo-Ausstellung auch schon wieder vorbei.

Ich danke all dennen, die da waren, in meine Gästebuch geschrieben haben und Interesse an meinen Sachen hatten…

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…the day after.

Heute hatte meine Ausstellung das erste Mal regulär geöffnet und so habe ich mich dort zwischen 15 und 19 Uhr ein bisschen rumgedrückt, die Zeit dort genutzt und ein paar Bilder der Galerie gemacht um für euch die Atmosphäre einzufangen. Ihr könnt euch einen kleinen Eindruck machenwas euch erwartet, so ihr euch entscheidet vorbei zu schauen oder gar nicht erst die Chance habt, dort sein zu können…

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