Strukturrealismus

Der Begriff  Strukturrealismus ist in der Kunst völlig neu und leitet sich aus der Naturphilosophie her, die der Frage nachgeht, was wir wissenschaftlich als Realität beschreiben, zum Beispiel, woraus Materie besteht. Strukturen sind nach dem letzten Stand der Forschung scheinbar die einzigen grundlegenden Faktoren, die unsere Realität erzeugen. Die Frage nach der Wirklichkeit und ihrer Entstehung ist ein Thema, dem auch Künstler ästhetisch-visuell nachspüren. So schafft dieser Aspekt einen völlig neuen Blick auf die Kunst, der keinerlei neuer  Technik bedarf, sondern nur einer adäquaten Ausdrucksform. Trotz eines gemeinsamen thematischen Ansatzes, überrascht die Vielfalt der Ergebnisse, die dieses Thema und die erstmals unter diesem Begriff gezeigte Gruppenausstellung so besonders interessant macht.

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„Form und Struktur sind Relationen und diese Relationen bilden die Funktion einer verbindenden Brücke zwischen Realität und Erkenntnis. Sobald wir diese Brücke überschreiten, werden wir zu einem konstruktiven Teil der Wirklichkeit. Strukturrealismus ist somit mehr als ein gestalterischer Stil. Er ist ein konstruktiver und sichtbar visualisierter Selbstfindungs-Diskurs auf einer künstlerisch-metaphysischen Basis, eine Form der praktischen Philosophie, ein freies Spiel der Emotionen und des Kalküls, beispielhaft vorgetragen als Metapher an einer frei gewählten Figur, an einem Thema, an einer Technik, in der sich die technischen Mittel zugleich als geistige Mittel entfalten. Strukturrealisten erschaffen ein Simulakrum, ein Konzept produktiver Phantasie, das ein ozeanisches Bewusstsein fördert als Grundlage für zukünftiges Sein, so dass aus einer selbstgewahrsamen  Achtbarkeit induziert neues Bewusstsein entstehen kann. Strukturen sind Relationen, Relationen sind Beziehungen, aber Beziehungen schaffen das eigentlich wirksame Reale. Beziehungsfähigkeit wird so das notwendige Lernprogramm des Menschen. In der strukturellen Kontingenz der Gegenwart liegt die Vorstufe zur Utopie und die Chance als Kapital, das sich jenseits althergebrachter Kapitalismus Verwerfungen entwickeln kann und das Potential zu ethischem Umdenken birgt, derer unsere Planet dringend bedarf. Ein Wagnis und eine Investition die uns immer dringlicher erscheint.

Zudem hier gesagten möchte ich eine Aussage von dem berühmten Philosophen Barthes anmerken:

„Was hier als Technik bezeichnet wird, meint wohl die technischen Mittel, die aber in Kunst,
Philosophie und Wissenschaft als vorrangig geistige Mittel gesehen werden müssen.““
Hans Hushan, Feb. 2018

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